Faszination Raubkatzen Raubkatzeninfos
Katzenaugen
Autoren: Sandra Storch, Frank Huber

Beschäftigen wir uns nun mit dem was uns an den Katzen schon immer am meisten fasziniert, die leuchtenden Katzenaugen. Katzen verfügen über ein ausgezeichnetes Sehvermögen, sowohl bei Tage und vor allem auch in der Nacht. Doch bei völliger Dunkelheit vermag auch ein Katzenauge nichts zu sehen. Das ist purer Aberglaube. Die Katze besitzt lediglich die Fähigkeit, auch den kleinsten Lichteinfall perfekt auszunutzen.

Aber beschäftigen wir uns erstmal mit seinem Aufbau. Mit der durchsichtigen Hornhaut, wird das Licht eingefangen. Die übrige Hornhaut und die Lederhaut bilden das Weiße vom Auge und umhüllen den Augapfel. Diese sind robust und dick. An ihrer hinteren Wand, ist die Öffnung, wo der Sehnerv durchläuft. Da ein Teil der Hornhaut durchsichtig ist, kann man die Iris und die Pupille sehen. Die Iris ist die bunt gefärbte Regenbogenhaut, in ihr kann je nach Augenfarbe, mehr oder weniger Pigment abgelagert sein. Sie ist nur der sichtbare Teil einer stark durchbluteten Membran, der Aderhaut. Bei einem Vollalbino, ist kein Pigment mehr vorhanden und das Auge ist rot, weil das Blut was durch die Adern fließt durchscheint und somit sichtbar ist. Meist ist aber noch ein wenig Pigment vorhanden und lagert in der hinteren Schicht, wodurch das Auge blau erscheint. Bei Jungtieren ist auch erstmal nur die hinterste Schicht pigmentiert und mit dem Alter lagert sich dann weiteres Pigment an, dann wechseln die Babyblauen Augen in die spätere Farbe über. Die Adernhaut kleidet die Innenwand der Lederhaut gänzlich aus und ist fest mit ihr verbunden. Im hinteren Bereich, ist sie allerdings erheblich dichter und enthält, dass Tapetum Lucidum. Dieses ist ein Organ und enthält Guanidinpigmente. Es ist zuständig, um das Licht voll auszunutzen. Es reflektiert den kleinsten eintreffenden Lichtstrahl und verleiht der Katze die Fähigkeit bei schlechten Lichtverhältnissen, trotzdem eine gute Sicht zu haben. Das verleiht auch dem Katzenauge, dass berühmte leuchten.
In der Mitte der Iris befindet sich die Pupille. Sie nimmt jeden Lichtstrahl auf und regelt den Lichteinfall auf die Netzhaut. Desto mehr Lichteinfall, desto kleiner zieht sich die Pupille zusammen und wird zu einem schmalen Schlitz. Bei Dunkelheit wird sie kreisrund. Ist die Beleuchtung mittelmäßig, nimmt die Pupille die Form einer Linse an.
Zwischen der Iris und der Hornhaut befindet sich die vordere Augenkammer, die mit einer klaren Flüssigkeit gefühlt ist. Dieses so genannte Kammerwasser, sorgt mit einem ausbalancierten Druck, für die Funktionsfähigkeit des Auges. Hinter der Iris, befindet sich die Linse. Sie ist von Muskeln umgeben, die sie halten und durch Kontraktionen eine Wölbung der Linse hervorrufen. Diese Funktion ist nötig um der Netzhaut ein genaues Bild zu vermitteln. Trifft Licht ins Auge, passiert es erst die Hornhaut, dann die vordere Augenkammer, danach geht es weiter durch die Pupille, dann durchquert sie die Linse und den Glaskörper, der mit einer lichtdurchlässigen Masse, dem Kammerwasser gefüllt ist, um letztendlich auf die Netzhaut zutreffen. Diese zeigt das gesehene auf dem Kopf, das Gehirn dreht das gesehene aber wieder richtig um.
Wie schon erwähnt ist die Netzhaut stark mit der Adernhaut verbunden, diese ist mit vielen Zäpfchen und Stäbchen ausgekleidet. Es sind die Lichtsinneszellen, die die Lichteindrücke wahrnehmen und über den Sehnerv, an das Gehirn leitet. Katzenaugen haben mehr Stäbchen, diese sind zuständig für das Helldunkelsehen. Die weniger anwesenden Zäpfchen sind für das Farben sehen verantwortlich. Das die Katze auch bei minimalen Lichteinfall noch eine gute Sicht hat, bewirken also das, schon erwähnte Tapetum Lucidum und die Stäbchen.
Kommen wir zu den Lidern. Katzen haben drei davon, ein oberes, ein unteres und ein seitliches Lied, was sich von innen nach außen schließt. Diese haben die Aufgabe das Auge zu schützen. Das dritte Lied, wird auch Nickhaut genannt. Es ist weiß und befindet sich im inneren Augenwinkel. Droht Gefahr wird sie blitzschnell geschlossen. Durch den Lidschlag, also das Öffnen und Schließen der Lider, wird das Auge befeuchtet und somit gereinigt. Die Augenoberfläche und das innere der Lider, sind von einer durchsichtigen Membran umgeben, sie nennt sich Bindehaut. Diese wird ständig von Flüssigkeit umspült. Diese Tränenflüssigkeit fließt durch eine sehr kleine Öffnung, die sich im inneren Augenwinkel befindet, ab. Sie wandert dann in den Tränen-Nasenkanal und weiter zu den Nasenflügeln, die ebenfalls von ihr befeuchtet werden.

Großkatzen, Geparden und auch der Manul zeigen uns eine Besonderheit, die sie von allen anderen Katzen unterscheidet. Die Augen ziehen sich nicht wie bei Katzen üblich zu einem Spalt zusammen, sondern zu einer runden Pupille. Die Sehöffnung der amerikanischen Urwaldkatzen nimmt häufig eine ovale Form an. Alle anderen Katzen zeigen uns bei Helligkeit einen sehr schmalen Sehschlitz der senkrecht im Auge sitzt.
© 2001-2017 big-cats.de - Das Kopieren von Texten ist nur mit persönlicher Erlaubnis gestattet.

Startseite

Raubkatzenarten
Steckbriefe
Taxonomie
Anatomie
Galerie
Verschiedenes
Gepardenpresse
Bücher / Videos
Links / Webring
Persönliches
Sitemap
Impressum

letzte Änderungen
Startseite  Anatomie  Katzenaugen