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Trophäenjagd

Was mag einen Menschen dazu bewegen ein Leben einfach auszulöschen, einzig aus dem Grunde sich selbst etwas beweisen zu wollen? Eigentlich kann ich nur erahnen, was im Kopf eines Trophäenjägers vorgeht, wenn er zum finalen Schuss ansetzt. Für ihn mag es der Moment sein, dem er in stundenlanger Pirsch entgegengefiebert hat. In mir ruft diese Vorstellung blankes Entsetzen hervor. Wie kann man ohne mit der Wimper zu zucken einen Leoparden oder Löwen niederstrecken? Kraft Schönheit und Ästhetik sterben mit dem Augenblick des Todes und doch scheint es unzählige Menschen zu geben, die sich am Tod einer wundervollen Raubkatze mehr erfreuen, als am lebenden Tier.

Damit nicht genug enden die Kadaver allenfalls als Wandteppich oder Bettvorleger. Dem Fell eines toten Löwen wird mehr Wert zugesprochen als dem Löwen selbst, nur weil ein lebendes Tier keinen so schnellen Gewinn verspricht. Dass es immer irgendjemanden geben wird, der aus allem was sich bietet rücksichtslos Kapital rauszuschlagen versucht, ist wohl nur schwer zu verhindern, aber warum es ausgerechnet die kommerzielle Trophäenjagd sein soll, das will mir einfach nicht in den Kopf. Dass Tiere geschossen werden nur um des Tötens und der zweifelhaften Trophäe wegen, ist dabei schon schlimm genug, aber das selbst Tiere ihr Leben lassen müssen, die eigentlich unter Schutz stehen und vielerorts vor der Ausrottung stehen grenzt an absolutem Irrsinn, der seinen Gipfel darin findet, dass willkürlich Abschussquoten "ermittelt" werden, die durch die gesamte Population nur schwer wiederaufzufangen sind - von der Wilderei, der unzählige weitere Tiere zum Opfer fallen dürften ganz zu schweigen. Keine der Katzenarten ist ein meinen Augen weit genug erforscht, als dass man zuverlässige Bestandszahlen ermitteln könnte, Ob es sich dabei um Geparden, Leoparden oder anderen Wildkatzenarten handelt - die Bestandszahlen sind allenfalls grob geschätzt.

Manche Regierungen haben erscheinend "erkannt", das der Jagdtourismus einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftssektor darstellt und gerade dort, wo Devisen knapp sind und zahlende Kunden - den Kontinentalflügen sei Dank - nicht weit, findet die Trophäenjagd leider einen großen Zuspruch. Das dabei ein Teil der Einnahmen (angeblich) dem Naturschutz zukommt, mögen selbst manche Artenschützer als einen Schritt in die richtige Richtung sehen, ich halte diese Art des "Artenschutzes" für ein dünnes Alibi, um sein Gewissen zu beruhigen und einer unbequemeren Lösung aus dem Weg zu gehen. Sollen den wirklich so viele Individuen sterben, nur um die Art als ganzes zu retten?

Wie man es auch drehen und wenden mag: In meinen Augen ist die Trophäenjagd nichts anderes als die legalisierte Wilderei!
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