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Gefährdete (Säuge-)Tiere in Bolivien
Autoren: Klaus Braunert, Frank Huber

SIMBIOSIS - Mensch und Natur e.V. setzt sich in Bolivien auch für die hier vorgestellten Säugetiere ein, die dort und anderswo von der Ausrottung bedroht sind. Gerade weil diese Tiere besonders auffallend und schön sind, werden sie gejagt und sind in großer Gefahr. Generell sind alle Tiere dort durch indiskriminierendes Abschießen bedroht, d.h. es wird auf alles geschossen, was lebt. Deshalb sieht man selten Tiere dort, wo auch Menschen leben.

Erklärung: Der jeweils zitierte Anhang von CITES gibt den Gefährdungsgrad anhand der internationalen Liste von 1994 über den Handel mit gefährdeten Tierarten an, wobei Anhang I bedeutet, daß die jeweilige Art akut von der Ausrottung bedroht ist. Anhang II bezeichnet Tiere, deren Art noch nicht akut vom Aussterben bedroht ist, die es aber schnell werden können, wenn der Handel mit ihnen nicht unterbunden oder reglementiert wird. Anhang III bestimmt Tierarten, deren Handel zum Zwecke des Schutzes von bestimmten Ländern reglementiert wird.

Die aufgeführten Beispiele stellen die von Bedrohung und tatsächlicher Vernichtung betroffenen Tierarten dar. Die Auswahl beschränkt sich auf Säugetiere und auch nur solche, die auch bei uns mehr oder weniger bekannt sind. Darüber hinaus gibt es aber bei den kleineren Primatenarten viele, deren Populationen dramatische Rückgänge aufweisen. Nach wie vor gibt es Säugetiere, die wegen ihres Fleisches gejagt werden, aber sich Habitatsveränderungen anpassen oder eine hohe Reproduktionsrate aufweisen und deshalb weiterhin ziemlich häufig sind. Seltene, hochspezialisierte Tiere oder solche die wegen ihrer Schönheit und Eleganz oder ihrer Entwicklungshöhe auffallen, werden aber ebenso gedankenlos vernichtet, weswegen das Artensterben immer schneller vorangeht. Für naturschützerisches Eingreifen bleibt nur noch wenig Zeit. Initiativen dazu gehen fast nur von Einzelpersonen und privaten Initiativen aus. Eine Präsenz international bekannter Organisationen "im Felde" wurden von uns nicht beobachtet.
Spuren einer kleinen Wildkatze
"Spuren einer (kleineren) Wildkatze, die Nachts bis zu meinem Zelt auf einer Sandbank im Rio Iténez/ Bolivien gekommen war. Auch wenn es wohl nur ein Zufall war und ich die Katze nicht ansehen konnte: Das war dieses Jahr in Bolivien mein schönstes Erlebnis."
Klaus Braunert,
März 2004
Jaguar (Panthera onca)
Akut gefährdet. Selten oder fehlt in vielen Gegenden seines früheren Vorkommens aufgrund übermäßiger Bejagung. Verlust von Habitaten durch Abholzung und möglicherweise wegen der immer seltener werdenden Beutetiere. Anhang CITES I.

Puma (Puma concolor)
Überall vorkommend, aber oft selten. Wird von Viehzüchtern verfolgt und ist wegen übermäßiger Bejagung seiner Beutetiere in Gefahr. Anhang CITES I.

Ozelot (Leopardis pardalis)
Noch vor einigen Jahren wegen seines Fells intensiv verfolgt. Gegenwärtig aufgrund des Handelverbots viel weniger, aber in vielen Gegenden sehr selten geworden. Anhang I von CITES.

Tigrillo oder Margay (Leopardis wiedi, Bolivien: gato montés)
Kleiner als Ozelot und wenig bejagt, aber wegen der Abholzung trotzdem in Gefahr und weil es in Fallen gerät, die für Ozelote auf-gestellt wurden. Anhang I von CITES.

Yaguarundi (Herpailurus yaguarondi, Bolivien: gato gris)
Wird zwar nicht besonders gejagt, ist aber ziemlich selten. Anhang I von CITES.

Tapir (Tapirus terrestris, Bolivien: Anta)
In einigen Gegenden noch häufig, aber dort sehr selten oder ausgerottet, wo er wegen seines Fleisches gejagt wird. Mit Hilfe von Hunden und weil er auf das Nachahmen seiner Laute reagiert, ist er von Jägern leicht aufzuspüren. Anhang II von CITES.

Ameisenbär (Myrmecophaga tridactiyla, Bolivien: Oso hormiguero gigante, oso hormiguero bandera)
In einigen früheren Verbreitungsgebieten bereits ausgestorben. Ist weit verbreitet, wird aber ohne jeden nachvollziehbaren Grund gejagt oder gefangen. Anhang II von CITES.

Riesenotter (Pteronura brasiliensis, Bolivien: Lobo de rio gigante, londra)
Gefährdet. Obwohl häufig in nicht gestörten Gewässern, finden sich solche Gegenden immer seltener. Wird wegen seines Fells getötet und wegen seiner Fähigkeit, fast alle Fische zu fangen. Da sein Lebensraum an Flussufern und in Seen begrenzter ist als der von gefleckten Katzen, ist er noch mehr in Gefahr als diese. Anhang I von CITES.

Flussotter (Lontra longicaudis, Bolivien: Lobito de rio)
Ähnlich ergeht es dem Flussotter. Dieser zieht aber im Gegensatz zum Riesenotter schnellfließende Flüsse und Bäche und klare Gewässer vor. Selten zu sehen. Der gegenwärtige Grad des Jagddrucks und Verbreitung noch vorhandener Populationen sind weitgehend unbekannt. Anhang I von Cites.

Waldhund (Speothos venaticus, Bolivien: Perrito de monte)
In Gefahr durch Störungen im Lebensraum und Habitatvernich-tung. Die Art ist schon von Natur aus extrem selten und es liegen nur wenige Nachweise und Beobachtungen vor. Anhang I von Ci-tes.

Roter Brüllaffe (Alouatta seniculus, Bolivien: Manechi colorado) und
Schwarzer Brüllaffe (Alouatta caraya, Bolivien: Manechi negro)
Sie haben ein großes Verbreitungsgebiet sind aber durch Habitatfragmentierung und Jagd gefährdet. Beide Arten sind in Anhang II von CITES.

Spinnenaffe, weißbäuchiger (Ateles belzebuth, Bolivien: Mono araña, marimono)
Wird wegen seiner relativen Größe, d.h. Sichtbarkeit verfolgt und ist damit wie andere Arten von Spinnenaffen in Süd- und Mittelamerika bedroht. Im Anhang II von CITES.

Quellen u.a.: " Mamíferos de los bosques Húmedos de América Tropical ", F.A.N., Santa Cruz de la Sierra, 1999

Simbiosis - Mensch und Natur e. V.
Klaus Braunert
    klausbraunert@t-online.de
    www.promonte.de


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